Ausstellungseröffnung „Kirchen als Vierte Orte“, Berger Kirche, Düsseldorf, 9.11.2025.
Ausstellungseröffnung „Kirchen als Vierte Orte“, Berger Kirche, Düsseldorf, 9.11.2025. Foto: Claudia Dreyße

Kirchen als Vierte Orte – Perspektiven des Wandels

Mit der Wanderausstellung zeigt das Museum der Baukultur NRW von 1. Juli bis 1. August 2026 in der Süsterkirche in Bielefeld die Möglichkeiten für neue Nutzungen leer stehender Kirchen – und welchen Blick die beteiligten Menschen darauf haben. Die Eröffnung findet am Mittwoch, 1.7.2026, 19 Uhr statt.

Das Museum der Baukultur NRW rückt von 1. Juli bis 1. August 2026 in der Ausstellung „Kirchen als Vierte Orte – Perspektiven des Wandels“ Menschen in den Mittelpunkt, die sich aus unterschiedlichen Gründen mit dem Thema Kirchentransformation beschäftigen. Präsentiert wird die Ausstellung in der der Süsterkirche in Bielefeld. Die Eröffnung findet am Mittwoch, 1.7.2026, 19 Uhr statt. Öffnungszeiten sind: donnerstags 15 bis 18 Uhr, freitags 16 bis 18 Uhr, samstags 11 bis 18 Uhr; Eintritt frei.

Am Mittwoch, 8. Juli 2026, um 19 Uhrfindet im Rahmen der Ausstellung eine Präsentation der Immobilienstrategie des Erzbistums Paderborn mit Matery Meding statt.Am Donnerstag, 16. Juli 2026, um 16 Uhr gibt Johann Hinrich Claussen vom Kulturbüro der Evangelischen Kirche Deutschland einen Impuls zu „Kirchen und ihr besonderes Erbe“.

Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert – weitere Standorte und Laufzeiten sind in der Terminübersicht zu finden.

Zwischen 30 und 50 Prozent der Kirchengebäude in Deutschland werden in den kommenden Jahrzehnten leer stehen. Von den ungefähr 6.000 Kirchen in Nordrhein-Westfalen fallen also bis zu 3.000 aus der Nutzung. Sind diesem Trend die kirchlichen Institutionen bis vor wenigen Jahren nicht oder kaum begegnet, erhöht sich aktuell der Handlungsdruck zum Umgang mit dem Bestand deutlich.

Kirchen sind ein einzigartiges baukulturelles Erbe, denkt man etwa an die weltbekannten Kirchengebäude der Nachkriegsmoderne an Rhein und Ruhr. Sie sind aber auch wichtige Orte der Gemeinschaft und eine Gebäudetypologie, mit der viele Emotionen und Erinnerungen verbunden sind. Emotionalität spiegelt sich auch in den langwierigen und konfliktbehafteten Umnutzungsprozessen von Kirchengebäuden wider. Deren Erfolg wird dabei vor allem von dem persönlichen Engagement der vielen beteiligten Personen und deren Konfliktfähigkeit bestimmt.

Bedarf nach Orten zum Austausch

Dem Leerstand und Abriss von Kirchen steht ein gesellschaftlicher Bedarf nach Orten für sozialen Austausch, Gemeinschaft und gesellschaftliche Identifikation gegenüber. Kirchengebäude bieten sich dafür besonders an – stiften sie doch durch ihre Architektur Identität im Stadtraum, ermöglichen Menschen Raum für Austausch, Spiritualität sowie Einkehr und besitzen einzigartige Atmosphären sowie emotionale Qualität. Damit erzeugen Kirchen etwas Neues, einen „Vierten Ort“, der über die Funktion als Treffpunkt für die Gemeinschaft (die sogenannten Dritten Orte) hinausgeht.

In Form von Video-Interviews illustriert das Museum der Baukultur NRW in der Ausstellung die Bandbreite, die Vielfältigkeit und Komplexität der an den Umnutzungsprozessen beteiligten Personen sowie ihre Haltungen. Dabei geht es auch um den Dialog und um die Zusammenarbeit, die zur Verständigung für eine erfolgreiche Kirchenumnutzung nötig ist.

Interviews und Kirchenporträts

Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden 27 Beispiele von bereits umgenutzten Kirchen aus Nordrhein-Westfalen. Vorgestellt werden diese mittels Fotos und Texten. Durch diese wird die inhaltliche und architektonische Bandbreite von möglichen Transformationen sichtbar. Zudem liefert die Ausstellung Hintergrundinformationen, unter anderem zum Denkmalschutz, zur Rolle der Kommunen oder zum Kirchenrecht.

„Kirchen als Vierte Orte“ gibt einen Impuls und eröffnet Dialoge über die Zukunft nicht mehr liturgisch genutzter Räume. Begleitende Diskussions- und Workshopveranstaltungen bringen dazu die lokalen und angrenzenden Gemeinden, Anwohner, Vereine und andere Gruppen in den Austausch zur Umnutzung.

Die Ausstellung wird begleitet durch die Online-Plattform Zukunft – Kirchen – Räume, die Umnutzungen von Kirchengebäuden präsentiert und viele Hintergrundinformationen rund um das Thema liefert.

Kirchen als Vierte Orte – Perspektiven des Wandels

Ausstellungsort
Süsterkirche, Güsenstraße 22, 33602 Bielefeld

Laufzeit
1. Juli bis bis 1. August 2026

Öffnungszeitendonnerstags 15 bis 18 Uhr, freitags 16 bis 18 Uhr, samstags 11 bis 18 Uhr; Eintritt frei

Eröffnung
Mittwoch, 1.7.2026, 19 Uhr

Kurator
Felix Hemmers

Fachliche Beratung
Jörg Beste, synergon Köln 

Szenografie
Peter Köddermann und Felix Hemmers

Gestaltung der Ausstellungsmedien
Bande für Gestaltung

Ausstellungsproduktion
evelution GmbH

Erstspielort
Heilig-Geist-Kirche, Meybuschhof 9, 45327 Essen, 1.9.2024– 6.10.2024

Frühere Ausstellungsorte
4.11. bis 1.12.2024, Kreuzkirche, Dorsten
23.2. bis 6.4.2025, Christuskirche, Hamm
28.4. bis 26.5.2025, Nathanaelkirche, Köln
1.6. bis 6.7.2025, Johanniskirche in Hagen
13.7. bis 16.8.2025, Kirche am Kolk, Wuppertal
24.8. bis 28.9.2025, St. Ludgeri, Münster
5.10. bis 2.11.2025, Kirche Neu St. Thomä, Soest
9.11. bis 13.12.2025, Berger Kirche, Düsseldorf
8.2. bis 15.3.2026, Christus-König-Kirche, Borken
1.4. bis 29.4.2026, Kirche St. Bonifatius, Aachen
8.5. bis 6.6.2026, Lutherkirche, Solingen

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