Gemeinsames Bauen mit Flüchtlingen
Frühjahr 2017
Der Baubeginn
Am 20. April 2017 ist das Projekt Heimatwerker offiziell gestartet. Landesbauminister Michael Groschek weihte gemeinsam mit Dr. Holger Pump-Uhlmann, dem Vorsitzenden des Vereins Heimatwerker Nieheim die Baustelle ein. Nachbarn, Journalisten und Interessierte hatten die Gelegenheit, sich bei einem Rundgang über die Baustelle über die Planungen zu informieren.
Erste Baumaßnahmen
Mit Beginn der ersten Bauphase kehrten Werkzeug und schweres Gerät im Ackerbürgerhaus ein. Unter professioneller Anleitung machten sich sechs Geflüchtete an die Arbeit und begannen mit dem Rückbau. Zunächst wurden Wände und Böden freigelegt, die Lehmausfachungen teilweise entfernt.
Während der gesamten Bauphase spielt die aktive Beteiligung der Geflüchteten eine große Rolle. Sie erlangen handwerkliche Grundkenntnisse, erlernen die erforderliche Fachsprache und üben sich in der Kommunikation mit einheimischen Helferinnen und Helfern. Dabei arbeiten sie freiwillig und ohne Bezahlung. Ihr Lohn besteht aus dem Zuwachs an bautechnischem Können und Wissen. Kompetenzen, die sie wiederum für den Arbeitsmarkt qualifizieren.
Herausforderungen
Integration ist immer Chance und Herausforderung zugleich – so auch bei den Heimatwerkern. Unterschiedliche Nationalitäten und Mentalitäten, verschiedenste Fluchtursachen sowie Unsicherheiten bezüglich der Lebenssituationen sind ständige Themen auf der Baustelle und erschweren teilweise die Arbeit. Deshalb gibt es immer wieder Nachjustierungen im Projekt, auch um Anreize für die Geflüchteten zu schaffen. So erhalten die regelmäßig auf der Baustelle erscheinenden Helfer mittlerweile eine geringe finanzielle Unterstützung.
Doch der Schlüssel zum Erfolg bleiben vor allem die handelnden Personen. Sie lenken und fördern die Arbeit, motivieren die Helferinnen und Helfer und verlieren dabei selber nicht den Mut.
Gemeinsames Leben und Lernen
Das gemeinsame Arbeiten erfordert bei allen Beteiligten Geduld, Einfühlungsvermögen und die Toleranz für Andersartigkeit. Durch den engen Kontakt zu den Geflüchteten während der Arbeit und den gemeinsamen Mittagessen, entsteht ein gemeinsamer Alltag, eine Erfahrung, von der alle profitieren. Man lebt und lernt voneinander, es entsteht ein Vertrauensverhältnis und die zukünftige Nutzung des Hauses als Begegnungszentrum wird schon jetzt, mitten in der Bauphase, spürbar.