„Die neuen Juwelen“ – bei der Winter School werden in zwei leerstehenden Ladenlokalen in Köln Baumaterialien rückgebaut, inszeniert und weitervermittelt.
„Die neuen Juwelen“ – bei der Winter School werden in zwei leerstehenden Ladenlokalen in Köln Baumaterialien rückgebaut, inszeniert und weitervermittelt. Grafik: Julius Terlinden / strizzi studio

Winter School:
Neue Juwelen – Vom Abfall zur Ressource

Von 2. bis 7. März 2026 werden in zwei leerstehenden Ladenlokalen in der Kölner Innenstadt Baumaterialien rückgebaut, inszeniert und weitervermittelt. Begleitend finden Workshops, Ausstellungen und Gesprächsrunden statt. Die Winter School ist ein Projekt von Baukultur NRW mit Baukreisel e. V., Au Repair!, strizzi studio und der TH Köln.

Was sind bestehende Gebäude wert? Und wie lassen sich Kreisläufe im Bauwesen schließen, damit möglichst viele Materialien wiederverwendet werden können? Der Gebäudesektor zählt zu den abfall- und emissionsintensivsten Bereichen: Durch Abriss entstehen große Mengen an Abfällen, während zugleich ein erheblicher Teil natürlicher Ressourcen in den Bausektor fließt. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Wiederverwendung von Baumaterialien zunehmend an Bedeutung.

Die Winter School „Neue Juwelen: Vom Abfall zur Ressource – Potenziale im Bestand“ ist ein Kooperationsprojekt von Baukultur NRW mit Baukreisel e. V., Au Repair!, strizzi studio und der TH Köln. Von 2. bis 7. März verwandeln sich zwei leerstehende Gebäude mit Ladenlokalen auf der Hohe Straße 134–136 in Köln – ein ehemaliger Schuhladen und ein ehemaliger Juwelier – temporär zu Materiallager, Ausstellungsraum und Vermittlungsort. Ermöglicht wird das Vorhaben durch den Immobilienmanager Ehret+Klein AG als Eigentümer der Gebäude.

Dokumentation der Begehung: erste Sichtung von Baumaterialien, die während der Winter School rückgebaut und weiterverwendet werden. Foto: Conrad Risch
Dokumentation der Begehung: erste Sichtung von Baumaterialien, die während der Winter School rückgebaut und weiterverwendet werden. Foto: Conrad Risch
„Die neuen Juwelen“ – bei der Winter School werden in zwei leerstehenden Ladenlokalen in Köln Baumaterialien rückgebaut, inszeniert und weitervermittelt. Foto: Conrad Risch
„Die neuen Juwelen“ – bei der Winter School werden in zwei leerstehenden Ladenlokalen in Köln Baumaterialien rückgebaut, inszeniert und weitervermittelt. Foto: Conrad Risch
Was ist der Bestand wert? Sichtung der Wand- und Bodenmaterialien zur Dokumentation vor der Winter School in Köln. Foto: Conrad Risch
Was ist der Bestand wert? Sichtung der Wand- und Bodenmaterialien zur Dokumentation vor der Winter School in Köln. Foto: Conrad Risch
Ehemaliges Schuhgeschäft in der Hohenstraße 136 – Lager- und Ausstellungsfläche für die Winter School. Foto: Conrad Risch
Ehemaliges Schuhgeschäft in der Hohenstraße 136 – Lager- und Ausstellungsfläche für die Winter School. Foto: Conrad Risch
Ehemaliger Juwelier in der Hohenstraße 134 – Ort der Inszenierung der „Neuen Juwelen“ und Materialvermittlung. Foto: Conrad Risch
Ehemaliger Juwelier in der Hohenstraße 134 – Ort der Inszenierung der „Neuen Juwelen“ und Materialvermittlung. Foto: Conrad Risch
Vorbereitungen für die Winter School: Projektbeteiligte begehen die Räumlichkeiten in der Hohe Straße in Köln. Foto: Conrad Risch
Vorbereitungen für die Winter School: Projektbeteiligte begehen die Räumlichkeiten in der Hohe Straße in Köln. Foto: Conrad Risch
Was ist der Bestand wert – und wie können Materialkreisläufe im Bauwesen tatsächlich geschlossen werden? Damit beschäftigt sich die Winter School in Köln. Foto: Conrad Risch
Was ist der Bestand wert – und wie können Materialkreisläufe im Bauwesen tatsächlich geschlossen werden? Damit beschäftigt sich die Winter School in Köln. Foto: Conrad Risch
Die Winter School findet in zwei leerstehenden Ladenlokalen in Köln statt. Foto: Conrad Risch
Die Winter School findet in zwei leerstehenden Ladenlokalen in Köln statt. Foto: Conrad Risch
Räume des ehemaligen Schuhgeschäfts in der Hohe Straße in Köln: Sichtung der Einbauten und Theken. Foto: Conrad Risch
Räume des ehemaligen Schuhgeschäfts in der Hohe Straße in Köln: Sichtung der Einbauten und Theken. Foto: Conrad Risch
Innenansicht des Juweliers in der Hohe Straße in Köln: Begehung und Bestandsaufnahme der Boden- und Wandflächen. Foto: Conrad Risch
Innenansicht des Juweliers in der Hohe Straße in Köln: Begehung und Bestandsaufnahme der Boden- und Wandflächen. Foto: Conrad Risch

Vom Rückbau zur Wiederverwendung

Im Mittelpunkt steht der Rückbau von Materialien aus den Abrissimmobilien in der Hohe Straße 134–136 in Köln. Bereits im Vorfeld der Winter School wurde ein Material-Scouting durchgeführt: Innenausbauten, Wand- und Bodenbeläge, Türen und Armaturen wurden gesichtet und auf ihre Rückbaubarkeit sowie Wiederverwendung geprüft. Während der Projektwoche werden diese Materialien möglichst beschädigungsfrei ausgebaut, sortiert und im ehemaligen Juwelier als „Neue Juwelen“ inszeniert. Dort entsteht ein temporäres Materialvermittlungsbüro, welches die Baustoffe an Interessierte weitergibt. Der Schuhladen fungiert parallel als Materiallager und Ausstellungsraum. Ziel des Projekts ist es, sowohl die Auseinandersetzung mit dem Gebäude als Ressource zu erproben als auch den Wert und die Wiederverwendung von Materialien sichtbar zu machen.

Öffentliches Begleitprogramm

Begleitend zur praktischen Arbeit öffnet die Winter School ihr Programm für die interessierte Öffentlichkeit: Workshops, Führungen, Gesprächsrunden und zwei Ausstellungen laden dazu ein, den Gebäudebestand aus neuen Perspektiven zu betrachten. „Hässliche Häuser. Eine Ausstellung über arrogante Architektur oder den Geschmack der Gesellschaft?“, entwickelt von Studierenden der Peter Behrens School of Arts der Hochschule Düsseldorf, wirft einen kritischen Blick auf gesellschaftliche Zuschreibungen, Wahrnehmungen und Bewertungen von Architektur und Bestand. Die Ausstellung wird im Schuhladen gezeigt und ist von Montag, 2. März, bis Freitag, 6. März, jeweils von 14 bis 19 Uhr, sowie am Samstag, 7. März, von 10 bis 18 Uhr geöffnet; die Vernissage findet am Sonntag, 1. März, um 16 Uhr statt. Im Juwelier zeigt Au Repair! die Ausstellung „Neue Juwelen“, bei der die Gruppe ausgebaute Materialien performativ inszeniert und für Besucher*innen erfahrbar macht. Sie ist am Donnerstag, 5. März sowie Freitag, 6. März, von 15 bis 19 Uhr und am Samstag, 7. März, von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Am Freitag, 6. März, lädt Baukreisel ab 10 Uhr zum Workshop Materialausbau in den Schuhladen ein. Um 12 Uhr führen Studierende der TH Köln durch ihre Erkenntnisse aus dem Material-Scouting und dem Rückbau. Im Juwelier lädt Baukultur NRW zum Workshop „Auf der Spur der Werte“, in dem mithilfe eines Mappings Wahrnehmungen und Wertzuschreibungen des Bestands reflektiert werden.

Der Samstag, 7. März, richtet den Blick auf Transformation und gesellschaftliche Perspektiven: Im Workshop „Close to Bauschutt – eine Rettungsaktion. Schmuckobjekte aus Reststoffen herstellen“ zeigt Christine Klomfaß im Juwelier von 11 bis 15 Uhr, wie aus Reststoffen Schmuck entstehen und neue Bedeutungen erzeugt werden können. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt; eine Anmeldung über das Anmeldeformular unten auf dieser Seite ist erforderlich. Ein Walking Act unter dem Titel „Gebäudeerhalt als gesellschaftliches Potenzial“ mit der Initiative Umbau sowie Führungen durch die Gebäude von Studierenden der TH Köln und Baukultur NRW eröffnen zusätzliche Perspektiven auf die Orte. In der abschließenden Gesprächsrunde mit Jonas Dühr von der Werkstatt für zirkuläres Handwerk aus Düsseldorf, Gesine Apel von baut. Architektur aus Köln, Eva-Lucia Kleesiek von der Bauteilbörse der Stadt Gelsenkirchen und allen Beteiligten stehen Fragen nach Wertschätzung, Ressourcenschonung und gesellschaftlicher Verantwortung im Umgang mit dem baulichen Erbe im Mittelpunkt. Die Veranstaltung findet von 16 bis 18 Uhr im Schuhladen statt und wird von Musiker*innen von impakt Köln begleitet: Bella Comsom (Elektronik), Jinkyoung Choi (Webstuhl), Vasco Furtado (Drums) und Elisabeth Coudoux (Cello). Sie klingt bei einem gemeinsamen Getränk aus.

Die Winter School richtet sich an Studierende, Expert*innen aus Planung und Handwerk sowie die interessierte Öffentlichkeit. Die Teilnahme ist kostenfrei; eine Anmeldung über das Anmeldeformular unten auf dieser Seite wird empfohlen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte per E-Mail an Lillith Kreiß: .

Öffentliches Programm

Veranstaltungsorte:
Schuhladen: Hohe Straße 136, Köln
Juwelier: Hohe Straße 134c, Köln

  • Ausstellungen
    • „Hässliche Häuser“ – Schuhladen
      Montag, 2. März bis Freitag, 6. März, jeweils 14–19 Uhr;
      Samstag, 7. März, 10–18 Uhr
      Vernissage: Sonntag, 1.3., 16 Uhr
    • „Neue Juwelen“ – Juwelier
      Donnerstag, 5. März, bis Freitag, 6. März, jeweils 15–19 Uhr;
      Samstag, 7. März, 10–18 Uhr
  • Materialvermittlung – Schuhladen
    • Montag, 2. März; Dienstag, 3. März; Donnerstag, 5. März, und Freitag, 6. März, jeweils 11–14 Uhr
  • Workshops und Veranstaltungen: Freitag, 6. März
    • Workshop: „Auf der Spur der Werte“ – Juwelier, 13–15 Uhr
    • Workshop: Materialausbau mit Baukreisel – Schuhladen, 10–13 Uhr
    • Führungen durch die Gebäude und Ausstellungen – Treffpunkt vor dem Juwelier
      • 12 Uhr mit der TH Köln Thema „Materialausbau“
      • 15 Uhr mit Baukultur NRW Thema „Wahrnehmung“
  • Workshops und Veranstaltungen: Samstag, 7. März
    • Workshop: „Close to Bauschutt – eine Rettungsaktion. Schmuckobjekte aus Reststoffen herstellen“ mit Christine Klomfaß – Juwelier, 11–15 Uhr (max. 8 Personen)
    • Walking Act: „Gebäudeerhalt als gesellschaftliches Potenzial“ mit Initiative Umbau – Hohe Straße 134–136, 10–18 Uhr
    • Führungen durch die Gebäude und Ausstellungen – Treffpunkt vor dem Juwelier, 12 Uhr und 15 Uhr
    • Abschlussgespräch mit allen Beteiligten und weiteren Expert*innen: „Was ist der Bestand wert? Was leisten wir uns als Gesellschaft?“ Musikalische  Begleitung: impakt Köln – Schuhladen, 16–18 Uhr

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