Ein skurriler Brauch der Baukultur

Eingemauerte Schuhe. Diesen besonderen Fund machten Arbeiter zum Beispiel im Schloss Liedberg am Niederrhein. Im Laufe von Sanierungen wurden dort in alten Balkenlöchern acht säuberlich eingemauerte Schuhe gefunden.

Drei Frauenschuhe, zwei Kinderschuhe und drei Männerschuhe. Denkmalpfleger des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) sind sich sicher, dass die Art und Weise, wie die eher ungewöhnlichen Bausteine eingemauert wurden, davon zeugt, dass sie eigentlich nie wieder entdeckt werden sollten.

Es handelt sich hierbei allerdings keinesfalls um einen Zufallsfund. In ganz Europa sind zahlreiche weitere solcher Fälle bekannt. Wissenschaftler gehen deswegen davon aus, dass es sich um einen jahrhundertealten Brauch handelt. Gebräuchlich war er vermutlich vom 14. bis zum 19. Jahrhundert. Danach geriet er in Vergessenheit.
Quellen, die das Phänomen erklären, gibt es bisher noch nicht. Aufgrund der Fundstellen vermutet man jedoch, dass es sich um einen „Abwehrzauber“ handeln könnte. Alle Schuhe wurden in der Nähe von Fenstern und Kaminen eingemauert. Schwachstellen, die besonders vor bösen Mächten geschützt werden sollten. In jedem Fall gibt dieser Brauch interessante Einblicke in vergangene Traditionen und bietet damit neue Ansätze für die Denkmalpflege.

Am 31. März befasste sich der Vortrag „’Versteckte’ Schuhe in alten Gemäuern. Ein weitverbreitetes Phänomen als Forschungsgegenstand der Denkmalpflege“ mit diesem Thema. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Vortragsreihe „Denkmalpflege im Blick“, veranstaltet vom LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, statt.

Zu weiteren Informationen der Vortragsreihe geht es unter www.denkmalpflege.lvr.de.

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Peter Köddermann

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