Eine lebendige Nutzungsmischung in der Innenstadt braucht Unterstützung
Leerstände breiten sich in den Innenstädten aus – bereits jetzt kann der Einzelhandel in bestimmten Straßenzügen nicht mehr für Lebendigkeit sorgen. Deshalb ist Nutzungsmischung angesagt.
So rücken auch Kunst und Kultur in den Fokus und werden als Beitrag für ein urbanes Leben in der Innenstadt geschätzt. Wie schwer es aber gerade kleinere Kulturinstitutionen im Zweifelsfall haben, zeigt ein Beispiel aus Mülheim an der Ruhr.
Makroscope, Mülheim an der Ruhr. Foto: Makroscope e.V.
Seit 2013 setzt sich der gemeinnützige Kunstverein Makroscope e.V. für die Förderung der Kunst- und Kulturlandschaft im Ruhrgebiet und insbesondere der Medienkunst ein. Durch Angebote kultureller Bildung, interdisziplinärer Projekte, Ausstellungen, einem Forschungslabor und Netzwerkbildung zwischen Künstlern und Institutionen trägt das Kollektiv zu einem belebten und heterogenen Stadtbild bei. In den letzten 5 Jahren konnte der Verein die Räumlichkeiten in der Mülheimer Innenstadt als Gast günstig nutzen und hat im Gegenzug das sanierungsbedürftige Haus in Eigenleistung in Stand gehalten. Jetzt steht das Haus zum Verkauf und das Makroscope vor dem Aus. Um das Projekt zu erhalten und den Kulturstandort langfristig zu sichern, wollen die Nutzer das Gebäude nun erwerben.
Das neue Nutzungskonzept setzt auf offene Türen und Miteinander. Bezahlbare Ateliers, ein Bandproberaum, neue Werkstätten, ein Kulturcafé, sowie eine Künstlerwohnung für das Mülheimer Gastspieltheater sind durch Mieteinnahmen Teil des geplanten Finanzierungskonzepts. Die Initiative erfährt vor allem große Zuwendung von Privatpersonen – finanzielle Unterstützung durch die Stadt gibt es für das Vorhaben nicht. Die Anzahl der Fördermitglieder und freiwilligen Helfern ist seit Jahresbeginn 2018 enorm gestiegen. Deshalb versucht der Verein mit einem Spendenaufruf das historisch geprägte Gebäude zu erhalten und die in Eigeninitiative fortlaufenden Sanierungen zu finanzieren. Angesichts der attraktiven Innenstadtlage und der Nähe zum Hauptbahnhof, die durchaus auch für finanzkräftige Investoren interessant ist, sind die Chancen für den Verein auf den Kauf des Hauses jedoch begrenzt.
Wie so viele Städte in NRW spürt auch der Stadtteil Rheydt in Mönchengladbach den Strukturwandel im Einzelhandel. Die Schauzeit 2019 möchte den damit einghergehenden Verlusten städtebaulicher Funktionen entgegenwirken.
„Amazon ist keine Stadt“ – nicht nur dieser Slogan aus der Ausstellung „Gute Geschäfte – was kommt nach dem Einzelhandel?“ hat viel Eindruck hinterlassen, auch der Rest der Schau zu Leerständen und neuen Nutzungen hat viel Aufmerksamkeit erfahren.
Leere Ladenlokale bedeuten nicht nur Verluste für die Eigentümer, sondern führen oft auch zur Verödung der Innenstädte. Sie sind Zeichen von Krisen, verschlechtern den angrenzenden öffentlichen Raum und können am Beginn einer Abwärtsspirale stehen, die sich dann nur schwer aufhalten lässt. Wie können Kommunen oder die öffentliche Hand im Allgemeinen darauf reagieren? Welche Lösungsansätze gibt es, um diese Herausforderungen anzugehen? Die Publikation „Gute Geschäfte“ will genau diese Fragen beantworten.
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