In einer Reihe von Interviews kommen die die aktuellen Mitglieder des Vereinsvorstandes von Baukultur NRW zu Wort und sprechen über ihre Vorstellungen von Baukultur, wichtige Zukunftsthemen und die Zusammenarbeit im Vorstand. Diesmal im Gespräch: Timm Sassen, Gründer und CEO der Greyfield Group.
Herr Sassen, was bedeutet Baukultur für Sie heute?
Timm Sassen: Baukultur heißt für mich, Verantwortung zu übernehmen – für das, was bereits gebaut ist, und für das, was wir daraus machen. Sie beginnt nicht auf dem Reißbrett, sondern im respektvollen Umgang mit dem Bestand. Gute Baukultur schafft Orte mit Identität, Haltung und Dauerhaftigkeit – ökologisch, sozial und gestalterisch.
Welche weiteren Themen sind aus Ihrer Sicht entscheidend?
Sassen: Entscheidend ist vor allem eine neue Haltung zum Bestehenden. Wir müssen lernen, gebaute Substanz nicht als Altlast, sondern als Ressource zu begreifen – architektonisch, kulturell und ökologisch. Eine wertschätzende Weiterentwicklung des Bestands wird zur Kernaufgabe – gestalterisch, funktional und im Sinne echter Baukultur.
Was ist Ihnen für die gemeinsame Arbeit im Vorstand von Baukultur NRW besonders wichtig?
Sassen: Mir ist wichtig, dass wir gemeinsam den Blick für das Mögliche im Vorhandenen schärfen – über Disziplinen, Maßstäbe und Generationen hinweg. Baukultur NRW sollte Impulsgeber sein für ein neues Selbstverständnis: Baukultur als Haltung, die Erhalt, Umbau und Weiterentwicklung als kulturelle Kernaufgabe begreift.
Timm Sassen ist Gründer und CEO der Greyfield Group, die sich auf die nachhaltige Transformation von Bestandsimmobilien spezialisiert hat. Er engagiert sich für eine zukunftsfähige Baukultur, in der Umbau, Ressourcenschonung und soziale Wirkung im Zentrum stehen. 2023 initiierte er den Verband für Bauen im Bestand, um diesem Thema eine stärkere Stimme zu geben.
Redaktion: Timo Klippstein

