Vielseitiger und offener Ort für Kunst und Kultur, Arbeit und Freizeit: die B-Side am Innenhafen in Münster.
Vielseitiger und offener Ort für Kunst und Kultur, Arbeit und Freizeit: die B-Side am Innenhafen in Münster. Filmstill: Benedikt Seifert

Wenn Feiern Räume schafft

Le-Lina Kettner untersucht, welche Rolle Feste und Vergnügen in sozialen Bewegungen und der Raumplanung spielen. Im Interview spricht sie über Kooperation zwischen Stadtverwaltung und zivilgesellschaftlichen Initiativen, die Chancen von Phase-0-Formaten und wie temporäre Events nachhaltige Stadträume sichtbar machen.

Immer häufiger greifen zivilgesellschaftliche Initiativen die Debatte über nachhaltige Stadträume auf. Sie verwandeln leerstehende Gebäude in Kulturorte, werten Brachflächen ökologisch auf oder organisieren Festivals im öffentlichen Raum. Ihre Interventionen setzen jedoch häufig eine kooperative Zusammenarbeit mit den zuständigen Stadtverwaltungen voraus. Im Interview mit Annika Stremmer spricht die Geographin Le-Lina Kettner von der Universität Münster darüber, wie diese Kooperation gelingen kann, welche Hürden bestehen und welche Chancen festliche Formate für die Stadtentwicklung bieten.

Le-Lina, was sind für dich nachhaltige Stadträume?

Untersucht, welche Rolle Feste und Vergnügen in sozialen Bewegungen und der Raumplanung spielen: die Humangeographin Le-Lina Kettner. Foto: privat
Untersucht, welche Rolle Feste und Vergnügen in sozialen Bewegungen und der Raumplanung spielen: die Humangeographin Le-Lina Kettner. Foto: privat
Dabei würde ich immer unterscheiden, aus welcher Rolle ich spreche. Als Wissenschaftlerin würde ich sagen, dass Nachhaltigkeit ein normativer Begriff ist. Das wirft Fragen auf: Wer definiert, was als nachhaltig gilt? Für wen gilt diese Nachhaltigkeit – und in welchen Stadträumen?

Als Geographin würde ich ergänzen: Wir müssen Nachhaltigkeit immer in den jeweiligen Gesamtkontext einbetten und auch auf globaler Ebene verstehen. Nachhaltigkeit hat viele Ebenen, die stets neue Fragen aufwerfen. Deshalb fällt es mir schwer, aus dieser Perspektive einen konkreten Raum zu benennen. Wenn man jedoch vom Lokalen ausgeht und das Globale – ebenso wie historisch gewachsene Verantwortlichkeiten, etwa koloniale Verhältnisse – mitdenkt, nähert man sich einem Ideal an, das mit Nachhaltigkeit verknüpft wird.

Darüber hinaus halte ich es als Teil einer Stadtgesellschaft für relevant, welchen Stellenwert ökonomische Aspekte in Nachhaltigkeitskonzepten haben. Ökonomie – die Wirtschaftlichkeit einer Maßnahme – wird in vielen Definitionen gleichwertig neben soziale und ökologische Kriterien dargestellt. In der Praxis haben ökonomische Aspekte jedoch oft einen viel höheren Stellenwert – zumindest in unserer sehr ungerechten, kapitalisierten Gesellschaftsstruktur. Mein Anliegen wäre daher immer, dies zu hinterfragen und zu prüfen, welche Aspekte von Nachhaltigkeit wir nach vorne stellen. Denn der globalisierte Finanzkapitalismus kann niemals nachhaltig und gerecht zugleich sein.

Du bist Humangeographin und promovierst derzeit am Institut für Geographie der Universität Münster. Womit beschäftigst du dich aktuell?

Ich promoviere zu Festen oder Festpraktiken im Kontext von Transformation und gesellschaftlichem Wandel. Dabei untersuche ich die Bedeutung von Events und Festen und welche Rolle sie für soziale Bewegungen und im räumlichen Kontext einnehmen.

Eine zentrale Erkenntnis ist, dass wir uns aus einer kritischen Perspektive oft mit negativen Emotionen beschäftigen. Debatten um Transformation oder Wandel sind häufig mit einer negativen Dringlichkeit verknüpft. Emotionen wie Vergnügen oder Spaß – und auch das „einfach mal nicht politisch sein“ – spielen jedoch in sozialen Bewegungen, im zivilgesellschaftlichen Engagement und in politischen Kämpfen eine wichtige Rolle.

Ich untersuche das anhand unterschiedlicher Beispiele in Bilbao, im Wendland und in Münster. Dabei handelt es sich überwiegend um Feste oder Festivals, die aus emanzipatorischen Bewegungen entstanden sind, etwa die Kulturelle Landpartie im Wendland, die bis heute eng mit den Anti-Atom-Protesten der 1980er Jahre verknüpft ist. Gleichzeitig werden Festivals häufig mit eventisierter Stadtentwicklung oder erlebnisorientiertem Tourismus assoziiert. Genau diese Gleichzeitigkeit finde ich spannend.

Kulturelle Landpartie 2014 im Wendland. Foto: Urban Explorer Hamburg, CC BY-SA 2.0 Quelle: Wikimedia Commons (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)
Kulturelle Landpartie 2014 im Wendland. Foto: Urban Explorer Hamburg, CC BY-SA 2.0 Quelle: Wikimedia Commons (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)

Bei großen Veranstaltungen ist eine Kooperation mit Politik und Verwaltung unvermeidbar, auch weil diese Events gern für Imagezwecke genutzt werden. So gelangen radikale Ideen und ihre experimentelle Umsetzung in eine breite Öffentlichkeit und können Akzeptanz erzeugen.  

Ausgangspunkt meiner Forschung war daher die Frage, inwiefern solche Formate den Zugang zu politischen Themen erleichtern. Für die Initiator*innen geht es dabei zwar auch um Aufmerksamkeit, oft aber vor allem um Gemeinschaftserfahrung, die über gemeinsame Arbeit und Vergnügen entstehen.

Heute frage ich mich eher, ob sehr düstere Zukunftsnarrative nicht besser durch Formen der Vergemeinschaftung beantwortet werden können – wenn diese Spaß machen und weniger exklusiv wirken. So wird Veränderung vielleicht weniger als Einschränkung wahrgenommen, die Abwehr oder Skepsis erzeugt. Karneval ist ursprünglich eine der bekanntesten Formen von Elitenkritik über Parodie und Feierlichkeit.

Wie lässt sich von hier aus eine Brücke zur Stadtplanung schlagen?

Was ist ein Reallabor?
Ein Reallabor ist ein praxisorientierter Forschungsansatz, in dem Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen unter realen Bedingungen erprobt werden. Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft arbeiten dabei in unterschiedlichen Konstellationen zusammen, um bestehendes Wissen anzuwenden und neues Wissen zu generieren. Auch in der Stadtentwicklung gewinnen Reallabore an Bedeutung – etwa bei Themen wie Klimaanpassung oder Bauwende.

Eine von einer Kollegin und mir durchgeführte empirische Feldphase hat gezeigt, dass radikale, wachstumskritische Ideen für Quartiersentwicklung und Gemeinwohlinitiativen erst sichtbar wurden, weil eine Kooperation zwischen städtischen Institutionen und Universität über sogenannte Reallabore stattfand. 

Aus kritisch-geographischer Perspektive ist dieses Vorgehen jedoch ambivalent. Initiativen und Studierende einzubinden, um sie für städtische Governance oder Imagepflege nutzbar zu machen, schlägt schließlich ja wieder in eine sehr wachstumsorientierte Kerbe. Entscheidend ist daher immer, welche Wirkung ein Reallabor konkret auf die nachfolgende Entwicklung hatte – das ist häufig unklar.

Spannend war jedoch, dass erst durch den Eventcharakter dieser Formate eine breitere Öffentlichkeit erreicht wurde. Ideen von Studierenden erhielten Aufmerksamkeit in der Stadtgesellschaft. Gerade deswegen kann ein vergnügteres Aufeinandertreffen manchmal produktiver sein als eine rational angelegte Workshop-Situation mit Kärtchen und Klebepunkten. Solche Formate können Begegnungen ermöglichen, Emotionen hervorrufen und Ängste vor Konflikten abbauen.

Kannst du dir vorstellen, dass das auch ein Ansatz für formelle Planungsprozesse sein kann, um zueinander zu finden?

Diese Idee findet bereits Anwendung, besonders im Ruhrgebiet. Es gab die IBA (Internationale Bauausstellung, Anm. d. Redaktion) in den 1990er Jahren, jetzt kommt die IGA (Internationale Gartenausstellung, Anm. d. Redaktion). Dort wird kulturelles Erbe festivalisiert und damit Akzeptanz für große Infrastrukturprojekte geschaffen.

Ich stehe diesen Veranstaltungen weiterhin kritisch gegenüber, weil sie top-down geplant werden und als Werkzeug der Planung funktionieren – sie ermöglichen einen direkten Weg von der Zieldefinition zur Umsetzung.

Feste, die aus politischen Bewegungen entstehen, eröffnen dagegen andere Räume. Damit meine ich nicht konsumbasierte Veranstaltungen wie eine Kirmes, sondern Events, die etwa mit Fragen von (Un-)Gerechtigkeit und Umwelt verknüpft sind, wie im Wendland. Sie sind meist öffentlich zugänglich und ermöglichen Begegnungen, die an Inhalte geknüpft sind, sensibilisieren wollen und aus emanzipatorischen Motiven heraus entstehen. Die Überschneidung – und zugleich der Konfliktherd – ist dann häufig der Tourismus in unserer erlebnisorientierten Gesellschaft.

Genau deswegen würde ich das nicht in einen formellen Planungsansatz überführen wollen, sondern eher dafür plädieren, dass Feste Gehör verschaffen können. Wenn es emanzipatorische Feste gibt, würde ich an Gemeinden appellieren, sich diese vorbehaltlos anzuschauen und zu versuchen, sie zu unterstützen – ohne sie für eigene Zwecke in den Dienst zu nehmen. Ich glaube, dass in diesen Momenten auch viel Spielraum entsteht, in denen Neues ausprobiert werden kann.

Das passt zu unserem Verständnis der Phase 0. Diese bildet die Grundlage für nachfolgende Planungsschritte und kann als Möglichkeitsraum fungieren, um neue Kooperationen zwischen Akteur*innen und neue Nutzungen für Gebäude oder Flächen auszuprobieren. Zentral ist dabei die Rolle der städtischen Verwaltungsstrukturen. Liegt an dieser Stelle ein Überschneidungspunkt zwischen der Phase 0 und deiner Forschung?

An dieser Stelle möchte ich meine Kritik an Reallaboren und der Phase 0 einbringen. Beide besitzen letztlich einen starken Eventcharakter und eine ausgeprägte Temporalität. Das bietet Chancen, aber auch Unverbindlichkeit und Kurzfristigkeit. Das schließt an die Debatte um Partizipation an: Eine Phase 0 kann nur dann postpolitisch enden, wenn nicht garantiert werden kann, ob und wie geäußerte Bedürfnisse aus der Beteiligung tatsächlich berücksichtigt werden. Prozesse in der deutschen, bürokratischen Verwaltungslandschaft sind leider sehr intransparent und werden das vermutlich noch lange bleiben.

Ich denke aber, dass ein respektvoller und ehrlicher, vielleicht auch regelmäßigerer Modus der Zusammenarbeit oft schon ausreicht, um neue Strukturen zu schaffen.

„Wie viel Wert steckt in diesem Haus?“: Im UmBauLabor in Gelsenkirchen erprobt und diskutiert Baukultur NRW bis Ende 2026 nachhaltiges und kreislaufgerechtes Planen und Bauen – im Maßstab 1:1. Foto: Sebastian Becker
„Wie viel Wert steckt in diesem Haus?“: Im UmBauLabor in Gelsenkirchen erprobt und diskutiert Baukultur NRW bis Ende 2026 nachhaltiges und kreislaufgerechtes Planen und Bauen – im Maßstab 1:1. Foto: Sebastian Becker

Was verstehst du unter dem Begriff der Postpolitik?

Vereinfacht gesagt gibt es eine gesellschaftliche Situation, in der Partizipation teilweise auf einem Selbstzweck basiert. Partizipation wird durchgeführt, weil sie erwartet wird, Akzeptanz für Vorhaben schaffen und informieren soll – oder weil sie rechtlich vorgeschrieben ist. Dadurch wird sie eher zu einer Managementpraktik, mit der einerseits Konflikte vermieden werden sollen. Andererseits gehen mit Partizipation Erwartungen einher, die oft nicht eingelöst werden können – aus unterschiedlichen Gründen. Manchmal ist es vielleicht sogar gewollt, die Ergebnisse aus der Partizipation tatsächlich zu berücksichtigen, aber irgendwo im Prozess gehen diese wieder verloren.

Wir haben häufig ein Verständnis davon, in Planungsprozesse Konsens oder Harmonie erreichen zu müssen. Dabei sind gerade diese Konfliktmomente wichtig, um Ziele und Positionen zu hinterfragen und grundlegende Veränderungen zu bewirken, die es dringend braucht.

Postpolitisch beschreibt einen Modus, in dem nicht mehr hinterfragt werden kann, ob wir ein bestimmtes Bauvorhaben oder Gewerbegebiet überhaupt wollen. Stattdessen sollen wir uns nur noch entscheiden: Brauchen wir Gastronomie oder mehr Fahrradständer? Wird aber grundsätzlich die Versiegelung einer Fläche infrage gestellt, erscheint dies als Protest oder Kundgebung, die (gesellschaftlich) außerhalb des formalisierten Beteiligungsprozesses verortet wird – und nicht als berechtigte Stimme wahrgenommen wird. Als bekanntestes Beispiel gilt hier Stuttgart21.

Deswegen ist Planung immer nur momenthaft demokratisch. Demokratie ist – kurz gesagt – der Gegenbegriff zur Postpolitik und ein unerreichbarer Idealzustand. In der Praxis sollte es dennoch darum gehen, Momente zu schaffen, in denen dieser Idealzustand in Planungsprozessen zumindest teilweise erreicht wird.

Du hast dich in deiner Masterarbeit mit dem Thema Kooperation zwischen Stadtverwaltung und zivilgesellschaftlichen Initiativen im Kontext von Postwachstumsprojekten beschäftigt. Auch für eine gelingende Phase 0 spielt diese Akteurskonstellation eine wichtige Rolle. Was hat dich motiviert, dir dieses Gefüge genauer anzuschauen?

Ich glaube, einerseits liegt es nahe, sich Postwachstumspraktiken in der Interaktion mit Planungsinstitutionen anzuschauen, weil die Frage nach Alternativen keine neue ist und dennoch offen bleibt: Wie kann Veränderung gelingen – und warum gelingt sie so selten?

Andererseits möchte ich den Punkt vom Anfang noch einmal aufgreifen. Da Planung und Verwaltung den Auftrag haben, Gemeinwohl zu schaffen, habe ich mich gefragt: Wie nehmen diese Akteur*innen nicht-wachstumsorientierten Praktiken in der Stadt wahr, und welchen Wert schreiben sie ihnen zu? Denn häufig ist es ja so: Viele Initiativen leisten schon sehr viel, übernehmen teilweise Aufgaben der Daseinsvorsorge, werden dabei aber nicht ernst genommen oder nicht angemessen anerkannt.

Du kommst zu dem Schluss, dass sich Akteur*innen aus Stadtverwaltung und Initiativen einig sind, dass mehr Kooperation sinnvoll wäre. Wo siehst du Potenziale in solchen Kooperationen?

Potenziale gibt es viele unterschiedliche, was sich mit Blick auf den lokalen Kontext zeigt. Beispielsweise kommt in vielen Städten derzeitig das Thema der Zwischennutzung auf. Gleichzeitig geht damit oft Aufwertung einher und damit auch das Risiko von Gentrifizierung. Deswegen komme ich immer zu dem Punkt, dass es auf struktureller Ebene eine deutlich strengere kommunale Bodenpolitik braucht, um Räume gemeinwohlorientiert zur Verfügung stellen zu können.

Die Phase 0 finde ich in diesem Zusammenhang interessant, weil es von städtischer Seite selten den Ansatz gibt, bewusst einfach mal nicht zu planen, sondern einen Ort sich selbst zu überlassen und zu beobachten, was dort passiert. Meiner Einschätzung nach bestehen seitens Verwaltung und Eigentümer*innen auch große Ängste, Kontrolle abzugeben oder der Nachbarschaft zu sagen: „Hey, organisiert euch hier selbst – wir sehen in ein paar Jahren, was sich hier tatsächlich entwickelt und stellen Ressourcen zu Verfügung.“

Eine solche Haltung wäre auch aus einer Nachhaltigkeitsperspektive sinnvoll, weil Neuplanungen viele Ressourcen beanspruchen und der Bestand nicht weiter genutzt wird. Darüber hinaus glaube ich, dass Initiativen lernen müssen, die Sprache der Verwaltung zu sprechen.

Die B-Side am Innenhafen in Münster. Filmstill: Benedikt Seifert
Die B-Side am Innenhafen in Münster. Filmstill: Benedikt Seifert

Darin steckt ein wichtiger Gedanke: nicht immer neu zu bauen, sondern bestehende Strukturen weiterzudenken. Phase 0 kann dafür ein entscheidender Hebel sein. Welche Beispiele kennst du, in denen Kooperation diesen Ansatz erfolgreich trägt?

Das Hansa Forum in Münster war ein Projekt, das ausprobiert hat, wie Planungsprozesse anders gestaltet werden können. Es handelte sich um eine Struktur permanenter Partizipation, ein Forum für das Quartier. Dadurch konnten Nachbarschaftsprojekte gefördert werden, über die gemeinschaftlich abgestimmt wurde. Außerdem gab es ein Gremium, in dem Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam über den Gemeinwohlbegriff diskutierten. Gleichzeitig ist auch dieses Projekt ein für die Probleme zeitlich begrenzter Förderung. Die Laufzeit betrug nur drei Jahre. Ich kenne viele Beispiele, bei denen diese Projektlogik zum eigentlichen Problem wird: Nutzungen können sich nicht verstetigen, Unzufriedenheit entsteht, und strukturell ändert sich wenig.

Deswegen würde ich auch sagen, dass diese Reallaborlogik, die während der Corona-Pandemie verstärkt aufgekommen ist, ambivalent ist. Dass Projekte zeitlich begrenzt sind, kann einerseits Mut machen, überhaupt etwas auszuprobieren. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass nach Projektende kaum etwas bleibt. Vielleicht braucht es daher andere Ebenen der Zusammenarbeit – weniger aufgeladen – oder eine stärkere Regelmäßigkeit, wie sie Feste ermöglichen, um langfristige Strukturen zu etablieren.

Wenn du aus deiner Perspektive auf Kooperationen und Planungsprozesse blickst: Wofür würdest du plädieren, wenn möglichst nachhaltige Stadträume entstehen soll? 

Wir sollten wissenschaftliches Wissen nicht überhöhen, sondern stärker mit Erfahrungswissen und lokalen Praktiken zusammendenken. Man muss Raum geben. Raum für andere Personen in der Planung, Raum für Projekte im Quartier, Raum für nicht beplante Flächen.

 

Le-Lina Kettner
Le-Lina Kettner beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit der Bedeutung von Festen und Vergnügen in der Bearbeitung von räumlicher Konflikte und für soziale Bewegungen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geographie der Universität Münster lehrt und forscht sie außerdem zu Gemeinwohl und sozial-ökologischer Transformation in Planung und städtischen Prozessen, unter anderem mit Methoden wie Citizen Science.
Redaktion: Paul Meyer
 

Ihr Kontakt für diesen Bereich

Peter Köddermann

Peter Köddermann

Projektleitung Phase 0 für die Stadt

T 0209 402 441-12
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